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Fr 12.12.25· Tür: 21:00· Beginn: 21:30· CHF 20 / 25 / 30

Winter Family • Hilke

Hymnen im Zwielicht

Winter Family weben Musik und Theater zu einem feinen Riss im Jetzt.
Ruth Rosenthal und Xavier Klaine – aus Jerusalem und Lothringen stammend – erschaffen ein Universum zwischen Dokumentation und Vision, zwischen Klangtrauma und schwebender Liturgie.
In diesem Universum verdichten sich Orgelregister, elektronisches Rauschen, Glocken, Stimmen und Field Recordings zu Klanglandschaften, in denen Schönheit und Verfall, Andacht und Aufruhr einander begegnen.

Ihre selbstgewählten Genres – weird wave, doom swing, funeral pop – verweisen auf einen Ort jenseits der Musiklandschaft. Ihre Werke sind gleichzeitig schwer und durchlässig, erdnah und entrückt – ein Resonanzraum zwischen Sakralem und Weltlichem, zwischen Erinnerung und Gegenwart.

Winter Family bewegen sich an der Grenze von Performance und Archiv, von Klang und Narrativ. Wer ihrer Musik lauscht, steht mitten im Bruch – und findet darin einen Moment der Sammlung, ein Flackern von Licht zwischen den Schatten.

 

Wenn Hilke auf die Bühne tritt, öffnet sich ein Raum, in dem Sanftheit und Wucht nebeneinander atmen dürfen. Ihre Musik ist ein Flüstern aus Zwischenräumen – dort, wo Identität nicht statisch ist, sondern schimmert, wächst und manchmal brennt.
Mit einer Stimme, die zugleich verletzlich und unerschütterlich wirkt, führt sie uns dorthin, wo ihre inneren Kämpfe wohnen: in die Perspektive einer transfemininen Existenz, in die Orte, an denen Sprache versagt und Klang beginnt.

Hilkes Kompositionen bewegen sich zwischen filigranen Klavierlinien, elektronischen Pulsen und melancholischen Texturen. Sie baut Welten, die in der Luft verharren – und dennoch von schwerster Bedeutung sind. Jede Melodie ist ein Versuch, Nähe zu finden. Jede Zeile eine leise Revolte gegen Erwartungen, Zuschreibungen und die Masken, die wir alle zum Selbstschutz zu tragen wissen.

Ihre Musik erzählt von Wut, die nicht zerstört, sondern befreit. Von Verletzlichkeit, die Kraft ist. Von dem Mut, sich die Frage „Wer bin ich?“ immer wieder neu zu stellen. Und manchmal öffnet sich in dieser Dunkelheit ein Fenster – und mit einem Atemzug strömt Hoffnung hinein, hell genug, um weiterzugehen.

Hilke

Winter Family